Und dann noch einen Blazer nähen

Noch einen Blazer nähen für den langen Rock. JanaKnöpfchen - Nähen für Jungs

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Als ich Anfang des Jahres meinen langen Faltenrock mit dem Hahnentrittmuster (im Glencheck) auf der Arbeit trug, kam meine Kollegin Andrea ins Büro, um etwas nachzufragen. Da sie auch näht, fragte sie nach dem Rock und wir unterhielten uns kurz darüber. Dann sagte sie: „und dann noch einen Blazer nähen und du hast ein Outfit für schickere Anlässe.“ 

Sie hat Recht…

Ich dachte zwar nicht an schickere Anlässe, sondern einfach an einen Blazer, den ich zu Jeans anziehen kann. Aber der Gedanke saß nun in meinem Kopf und ich hatte ja noch etwas Stoff übrig. Dieser reichte zwar nicht ganz, aber wie der Zufall so will möchte meine liebe Freundin Susi auch so einen Faltenrock – nur Knielang – haben und ich bestellte mir einfach noch einen Meter mehr Stoff zu ihrem. 

Den Rock hab ich aber noch nicht genäht. Der kommt noch. 

Da die Idee in meinem Kopf war brauchte ich nur noch den passenden Schnitt. Ich wollte keinen aufwendigen haben und auch keinen gefütterten Blazer, da der Stoff des Glenchecks ja auch innen sehr schön ist. Also begab ich mich auf die Suche und landete bei dem Blazer Ellen von Pattydoo*. Und da ich noch keine Erfahrungen mit dem Nähen eines Blazers hatte, dachte ich es sei ein gutes Projekt zum Üben. 

Zuschneiden und Blazer nähen

Ich bestellte mir den Papierschnitt – ich mag das einfach lieber, als das Kleben – und zeichnete mir dann die Schnittteile ab. Anfangs war ich von den beiden Varianten im Schnitt eine Weile verwirrt – man kann ihn als Long und als Kurzblazer nähen. Ich wollte gern die kurze Variante, brauchte aber etwas, bis ich durchgeblickt habe. Ich kann ich euch schon verraten, dass ich am Ende doch alle richtig zugeschnitten habe, es blieb beim Nähen kein Schnittteil übrig. 

Da der Blazer eigentlich für Stoffe mit einem Strechanteil konzipiert ist, habe ich ihn eine Kleidergröße größer (Gr. 38) zugeschnitten. Was noch zu ein paar Anpassungen führte.

Dann stückelte ich noch das Vlies, welches man auf den Beleg des Kragens und den Kragen selbst bügeln sollte, denn es reichte nur für 3 dieser Schnittteile komplett. Aber ich wollte nichts neues kaufen und durch das Stückeln reichte der Rest noch – sieht man ja eh nicht. Die Nähte an Schulter, Arm und Rückenausschnitt verstärkte ich mit einem Bundband. Ich hatte kein Formband da und auch hier wollte ich nichts dazu kaufen. Und auch hier bin ich zufrieden mit dem Provisorium. 

Nach dem ganzen Bügeln, ging es dann endlich ans Nähen. Das ging, dank der Videoanleitung sehr gut. Ich brauchte mehrere Tage ihn zu nähen, da ich durch die aktuelle Situation einfach weniger Zeit zum Nähen habe – geht sicher vielen von euch so. Also nähte ich einzelne Schritte an einem Abend und dann wieder erst an dem übernächsten oder eine Woche später weiter. 

Kleiner Änderungen mussten dann noch sein 

Meinem Papa zeigte ich immer die Fortschritte und beim letzten Probetragen vor dem Nähen der Knopflöcher, sah er ihn das erste Mal ganz. Hier viel auf, dass hinten auf Höhe des unteren Armausschnittes einfach zu viel Stoff war und der Blazer abstand. Dies kam wahrscheinlich, durch die größere Größe. An der Schulter saß der Blazer sehr gut auch sonst war es die richtige Entscheidung ihn größer zu zuschneiden. Ich musste hier nun nur ein wenig Stoff rausnehmen und die Rundung des seitlichen, hinteren Einsatzes nochmal neu nähen. Nachdem die Anregung von meinem Papa umgesetzt war, war er dann auch mit dem Sitz des Blazers zufrieden. 

Dann steckte ich den Beleg des Kragens, wie im Video beschrieben fest und nähte ihn mit der Hand fest. Ich wollte nicht, wie vorgeschlagen mit der Maschine im Schatten der Naht von außen nähen und innen dann eine unschöne Naht mitten im Beleg haben. Also schaute ich meine Serie und nähte – auch im Schatten der Naht – den Beleg mit der Hand an. Beim Tragen gefiel mir der Fall des Kragens aber nicht und so bat ich meinem Papa den Beleg/Kragen nochmal an mir festzustecken. Dann nähte ich diesen ein zweites Mal an. 

Eigentlich nicht vorgesehen

Und endlich war er fertig für die Knöpfe. Die sind eigentlich nicht vorgesehen, aber ich wollte sie unbedingt haben – ohne wäre er für mich nicht fertig. Meine Blazer trage ich eigentlich nie geschlossen und so sind diese Knöpfe auch eher als Schmuckknöpfe gedacht. Ich suchte einen Abend fast eine Stunde nach den passenden Knöpfen. Ich habe noch eine Knopfdose von meiner Schwester, sie sammelte Knöpfe und hier hatte ich ein paar Varianten. Letztlich entschied ich mich für die silbernen, mit den „Wappen“ und trage nun ein kleines Stück von ihr an meinem Blazer, was ich ganz schön finde. Und ihr werdet es euch schon denken, auch die Knopfposition besprach ich mit meinem Papa. 

Diese Nähgespräche führen wir meist, wenn er nach dem Opatag einen der Jungs zu uns bringt und wir noch quatschen.

Die Position war gefunden und die Knöpflöcher waren dran. Ich nähte sie doch tatsächlich zweimal, da ich sie genau mit dem Muster abschließen lassen wollte und das nicht gleich beim ersten Mal klappte. Ich liebe übrigens diese Funktion der Nähmaschine und bin immer wieder fasziniert davon. 

Die Knöpfe waren dann auch schnell dran und fertig war mein Nähprojekt: Blazer nähen. Ich war etwas überrascht, dass es so gut ging, einige Sachen hätte ich mir komplizierter vorgestellt. Aber er ist ja auch ohne Innenfutter. Nun bin ich ganz zuversichtlich, denn mich möchte mir noch aus einem alten Blazer meiner Schwester einen Blazer nähen. Den hatte ich mir damals beim Ausräumen der Wohnung extra zurückbehalten und langsam ist es Zeit ihn anzufassen, damit ich ihn tragen kann. 

Nun aber erstmal, danke dir liebe Andrea für die Idee noch einen Blazer zu nähen. 

Euch wünsche ich eine schöne Woche

Liebe Grüße

Jana

 

Schnitt: Blazer Ellen von Pattydoo* über Etsy

Stoff: Viskose Twill Hahnentrittmuster von Stoffe.de* 

*Affiliate und trotzdem lesenswert. Solltet ihr über diese Links etwas kaufen, bekomme ich eine Vermittlungsprovision dafür. Natürlich ohne das ihr dafür mehr bezahlen müsst.

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