Einen Blazer anpassen | Herzensnähprojekt

Blazer anpassen, ein Erinnerungsstück tragbar machen. JanaKnöpfchen

Ziemlich lange war es hier still…Und ich brauchte die Auszeit. Nun hab ich wieder die Muße und auch Kraft mich hier zu melden, euch meine Sachen zu zeigen und vor allem darüber zu schreiben. Das konnte ich einfach in den letzten Wochen und ja Monaten nicht. Auch jetzt fällt es mir etwas schwer. Es ist nichts passiert, dass Leben ging einfach weiter…ich war nur leer und brauchte die Zeit für mein Herzensnähprojekt, den Blazer meiner verstorbenen Schwester anpassen, damit ich ihn tragen kann.

Kurzer Rückblick

Einige, die hier schon länger mitlesen, haben es mitbekommen, dass meine Schwester seit 2018 ganz plötzlich nicht mehr bei uns ist. Ich war damals mitten in einem Nähprojekt für sie, sie wollte gern ein Shirt mit Pusteblumen haben. Das Probestück war fertig und ich wollte gerade das richte Stück nähen, als sie von uns ging. Ich musste ihr das Shirt noch fertig nähen, damit es sie auf ihrem letzten Weg begleitet – ich konnte nicht anders…

Die Wochen danach funktionierten wir nur und so räumten wir auch die Wohnung aus. Ihr Kleiderschrank war am schlimmsten und hier entdeckte ich ihren Lieblingsblazer. Ich legte ihn zur Seite und beschloss damals, diesen für mich anzupassen, damit ich einen Teil von ihr tragen kann. Auch die Jungs nahmen sich damals Erinnerungsstücke mit, die noch in ihren Zimmern stehen…

Den Blazer hing ich dann in meinem Nähzimmer auf, damit ich ihn nicht vergessen. 

Fast 4 Jahre später…

Ich habe ihn auch nicht vergessen und sah in fast täglich, aber ich konnte ihn nicht anfassen, meine Angst vor dem Zerschneiden war zu groß. Ich hatte ja „nur“ einen Blazer mitgenommen und wenn das nicht gelingt, habe ich nichts mehr von ihr bzw. konnte ich nichts von ihr tragen, so wie ich es mir vorgestellt habe. Das war eigentlich der Grund warum ich so lange gebraucht habe, den Blazer anzufangen. Ich traute meinen Nähfähigkeiten noch nicht. 

Und nun fast vier Jahre später hab ich mir endlich ein Herz gefasst, dass Nähprojekt Blazer anpassen anzufangen. In der Zwischenzeit habe ich auch einen Blazer genäht und auch die Blousons sowie der Wintermantel gaben mir nun die Sicherheit, dieses Nähprojekt auch hinzubekommen. 

Ich muss aber gestehen, dass ich den Blogpost, nun nicht während des Nähprozessen schreibe, sondern erst nachdem der Blazer wirklich fertig und tragbar ist. Ich wollte ihn nicht zeigen, wenn ich anfange und wenn es mir dann nicht gelingt, hier erklären, warum ich es nicht hinbekommen habe…Die Versagensangst war dann doch zu groß und so habe ich ihn still und heimlich für mich angepasst, was zu dieser Blogpause führte. Und ich bin froh euch ankündigen zu könnten, dass er tragbar ist. Die Fotos haben nun auch noch eine Weile gedauert, aber ich kann ihn anziehen und habe sie somit um mich….

In ein paar Tagen ist ihr 4 Todestag und wenn ich zu ihrem Grab gehe, möchte ich den Blazer anhaben und ihr zeigen…

Ich wünsche euch eine schöne Woche und freue mich, euch den angepassten Blazer im nächsten Blogpost zu zeigen. 

Liebe Grüße

Jana

6 Kommentare

  1. Liebe Jana,
    deine Schwester wird sich bestimmt sehr darüber freuen, dass du ihren Lieblingsblazer angepasst hast und hinkünftig tragen möchtest! Gut, dass du dir die Auszeit genommen und mit Herzblut das Blazerprojekt in Angriff genommen hast. Das hat bestimmt ein Stück zur Trauerbewältigung beigetragen. Ich wünsche dir weiterhin Kraft dafür und bin überzeugt, dass dir der Blazer dabei helfen wird. Vielleicht fühlt sich das Tragen des Blazers sogar wie eine innige Umarmung deiner Schwester an . . . ein schöner Gedanke, finde ich! Mitfühlende Grüße sendet dir ELFi
    PS.: Danke fürs Zeigen und Erzählen beim DvD und ich freue mich schon auf Tragefotos!

    • Liebe ELFi,
      vielen lieben Dank für einen wunderbaren Worte. Ich denke du hast Recht, dass es ein Stück Trauerbewältigung war und das es sich wie eine Umarmung anfühlen könnten ist ein schöne Gedanke.
      Ich drück dich und liebe Grüße
      Jana

    • Liebe Undine,
      das hast du vollkommen Recht – nähen als Therapie. Das war es wohl und vielen Gedanken gingen hin und her…
      Liebe Grüße
      Jana

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